Tour de Rur

Ich war mal eben weg. Nachdem ich mir ja vor kurzem mein neues Fahrrad zugelegt hatte, musste jetzt ja auch die obligatorische Fahrradtour kommen. In das Ländereck Belgien-Niederlande-Deutschland zwischen Spa und Roermond hat es mich verschlagen. Niederlande klingt im ersten Moment natürlich nach lockerem rollen lassen (völlig untypisch für Mountainbikes) aber zumindest die Berge der belgischen Eifel hatten es in sich. Hinzu kommt, wir haben die Fahrt so gestaltet, dass wir unser gesamtes Reisegepäck stets dabei hatten. Dadurch stieg das Gewicht meines Bikes auf das Doppelte. Ich habe festgestellt, dass man den Unterschied extrem spürt, wenn man es nicht gewöhnt ist.

Jetzt zum eigentlich. Wo gings her?

Wir sind via Auto nach Spa in Belgien gefahren. Spa ist der Ort, der vielen aus der Formel 1 bekannt seien dürfte. 10km entfernt liegt die legendäre Rennstrecke “Spa Francorchamps”. Die Rennstrecke haben wir zwar auch besucht, es sind dort allerdings keine Bilder entstanden. Das liegt daran, dass die gesamte Strecke von 2m hohen Betonwänden umrahmt ist. In Spa direkt hatten wir unser erstes Hotel. Von dort aus beginnt unsere Fahrradtour. Es geht zuerst die starken Steigungen der Eifel hoch. Unser erstes Zwischenziel war der “Signal de Botrangé”, ein Turm auf der Spitze der Gegend um das “Hohes Venn”. Endpunkt des ersten Tages war der Ort Monschau, kurz hinter der Deutsch-Belgischen Grenze.

Ab Monschau folgen wir nun dem Fluss Rur (ohne h) Richtung Osten in den Naturpark Eifel. Es ging vorbei an den Stauseen, Ober- und Untersee und der Urftalsperre. Bemerkenswerter Punkt auf der Route war der kleine Ort Wollseifen. Dieser ist seit der Zeit des 2. Weltkriegs unbewohnt, da die Briten dort einen Truppenübungsplatz errichtet haben um Häuserkämpfe zu trainieren. Inzwischen ist dort kein “Kriegsschauplatz” mehr, es stehen dort nur noch die leeren Steinhäuser. Unweit davon befindet sich die Burg Vogelsang. Es handelt sich um eine Burg bzw. Gebäudekomplex, in der die Nationalsozialisten vor dem 2. Weltkrieg die Soldaten ausgebildet haben. Die Burg ist im Grunde genommen vollständig erhalten und kann heute von Interessierten besucht werden. Es gibt Planungen, einige der Gebäude wieder aktiv zu verwenden.

Von Heimbach, ein größerer Ort im Naturpark Eifel wo wir eine weitere Übernachtung hatten, geht es nun geradewegs nach Norden. Wir folgen nun stetig der Rur und haben nun schon kaum noch Steigungen im Streckenverlauf. Zwischenziel ist die Stadt Jülich wo wir uns eigentlich die Zitadelle ansehen wollten. Dieser Plan ist aber leider nicht aufgegangen. Sie wurde geschlossen als wir ankamen. Schade. Dafür haben wir uns dann einen entspannten Abend gemacht. Von Jülich aus geht es weiter über die Deutsch-Holländische Grenze nach Roermond, wo die Rur (NL: Roer) in die Maas mündet. Der Rückweg verläuft dann sehr zielgerichtet von Roermond Richtung Spa. Leider haben wir uns etwas verkalkuliert, so dass die Rückfahrt an einem Tag nicht schaffbar war. Im belgischen Eupen sind wir in einen Zug gesteigen für die letzten Kilometer.

Insgesamt sind wir auf knappe 300km Strecke gekommen. Das Routenprofil der Strecke Spa->Roermond kann man sich hier ansehen: http://www.bikemap.net/route/639931

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